© Foto: Thorsten Wulff

SIEBEN TÜRME WILL ICH SEHEN

Die sieben Türme Lübecks gehören seit über 800 Jahren zum unverwechselbaren Stadtbild der Hansestadt. Und genauso lange wird auch an ihnen gearbeitet. Immer wieder müssen die Kirchtürme ausgebessert werden – Wind, Wetter und die Zeit fordern ihren Tribut. Auch unsere Generation arbeitet daran, dass die Stadtsilhouette erhalten bleibt. Denn sie ist ein wichtiger Teil der Identität der Lübecker Bürger.

NUR GEMEINSAM WERDEN WIR ES SCHAFFEN

Viele Menschen engagieren sich für „ihre“ sieben Türme, um sie zu erhalten und die finanziellen Mittel aufzubringen. Ihr Wert für unsere Kultur ist durch die Verleihung des UNESCO-Welterbe-Status anerkannt. Die Freude an der außergewöhnlichen Architektur, persönliche Erlebnisse, die die Menschen mit ihren Kirchen verbinden und das Gefühl, dass die sieben Türme ein Stück Heimat sind – all das ist Motivation vieler engagierter Bürger und Bürgerinnen, Unternehmen, Stiftungen und Institutionen, sich mit Ideen, Kreativität und finanziellen Mitteln einzubringen und so ihren Beitrag zu leisten, dass Lübecks Stadtbild so bleibt, wie es ist.

Gefördert und organisiert wird dieses Engagement seit 2003 durch das Projekt des Ev.-Luth. Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg „Sieben Türme will ich sehen“, in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden der Innenstadt. Seit Dezember 2018 steht das Projekt unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Jan Lindenau. 

Im Projektteam arbeiten Projektleiter, Fundraiser, zwei Mitarbeiterinnen in der Öffentlichkeitsarbeit und Mitarbeitende aus den jeweiligen Kirchengemeinden zusammen – stets nach dem Motto: „Gemeinsam können wir unsere Kirchen erhalten“. 

Es ist erstaunlich, mit welchen Ideen und Kreativität das Projekt von Lübecker Unternehmen, Stiftungen und Einzelpersonen gefördert wird, damit das UNESCO-Welterbe erhalten und die notwendigen finanziellen Mittel aufgebracht werden. Vielen Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus ist der Erhalt der Türme ein Herzensanliegen.

DIE TURMSANIERUNG VON ST. PETRI – EINE ERFOLGSGSCHICHTE

Die Bauabteilung des Kirchenkreises hatte zusammen mit dem Architekten Christoph Diebold aus Lübeck nach einer mehrjährigen Untersuchungs- und Analysephase an den Schäden am Turm von St. Petri ein Sanierungskonzept erstellt. Hauptursachen für die Schäden waren die eindringende Feuchtigkeit in den Rissen, die zu Schäden am Mauerwerk führten. Es mussten 45.000 Steine ausgewechselt und große Teile des Turms neu mit Mörtel verfugt werden. Mit der Sanierung wurde in 2013 begonnen. Die Kosten wurden auf 2,8 Mio. Euro veranschlagt, die für die drei Bauabschnitte erforderlich waren.

Es gelang, die Finanzierung zu 2/3 durch Lübecker Stiftungen und zu 1/3 durch Spenden von Privatpersonen einzuwerben. Die Kosten der Voruntersuchung sowie die der Mitarbeitenden in der Bauabteilung und im Projektteam wurden aus Kirchensteuermitteln finanziert. Direkte Zuschüsse des Staates wurden nicht gewährt. 

Die aufwendigen Voruntersuchungen zahlten sich aus, denn der Zeitplan und die Umsetzung der Baumaßnahme wurden eingehalten. Besonderen Wert wurde auf eine fachgerechte Sanierung z. B. durch die aufwendige Auswahl des richtigen Mörtels (Hochbrandgipsmörtel) gelegt, damit für mehrere Jahrzehnte davon ausgegangen werden kann, dass keine neuen Schäden entstehen.

Durch günstige Witterung und ein verantwortungsvolles Kostenmanagement konnten die veranschlagten Kosten sogar unterschritten werden, so dass die Sanierung nur 2,5 Mio. Euro kostete. 

Allen Beteiligten ist es ein großes Anliegen, die Sanierungsmaßnahmen fachlich gründlich zu planen und auszuführen und die anvertrauten Spendengelder sorgfältig zu verwenden.

Urheber Text: Uwe Brunken