© Foto: Oliver Beck

Seien Sie Turm-Retter!

Für die Sanierung der beiden Türme, hier an der St. Marienkirche, sind 1,5 Mio. Euro veranschlagt. Nur aufgrund der langjährigen Untersuchungen konnte ein angemessenes Sanierungskonzept erarbeitet werden. Auch die Erfahrungen aus der Sanierung des Turms an der St. Petri Kirche waren dabei sehr hilfreich. So werden die Sanierungen auf das fachlich Notwendige beschränkt, die aber nachhaltig wirksam sind. Die Finanzierung erfolgt teilweise durch Stiftungen in der Hansestadt Lübeck, den Kirchenkreis, durch Spenden von Unternehmen und Privatpersonen sowie durch Drittmittel. Die restlichen Mittel in Höhe von mind. 100.000 Euro müssen durch die Kirchengemeinde aufgebracht werden. Dies ist für die Kirchengemeinde eine Herausforderung, denn sie muss auch andere Erhaltungsmaßnahmen an diesem großen Gebäude finanzieren.

EINNAHMEN UND AUSGABEN DER EVANGELISCHEN KIRCHE

Die St. Mariengemeinde gehört zur Evangelisch-Lutherischen Nordkirche und somit zur Evangelischen Kirche in Deutschland. In Deutschland wird von den Mitgliedern, sofern sie Einkünfte haben, Kirchensteuer erhoben, die davon direkt einbehalten und an die Kirchen weitergeleitet wird. Die Ev. Kirche in Deutschland erhält dadurch insgesamt rund 6 Mrd. Euro pro Jahr. Außerdem werden bestimmte Aufgaben, die die Kirche übernimmt, staatlich bezuschusst, z. B. die Unterhaltung von Kindertagesstätten und sozialen Einrichtungen, die Angebote der Diakonie oder der Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden.

Des Weiteren erhält die Kirche Spenden, sammelt Kollekten und hat Miet- und Pachteinnahmen sowie Zinserträge. Für bestimmte Dienstleistungen wie z. B. die Kinderbetreuung in Kitas oder Beerdigungen und Friedhofspflege werden Beiträge von den Nutzern erhoben.

Allen 14.000 Kirchengemeinden und allen evangelischen Einrichtungen stehen somit insgesamt Einnahmen von 12,3 Mrd. Euro für die Aufgabenerfüllung zur Verfügung. Die genaue Aufteilung können Sie anhand der Grafik ersehen.

In unserem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg stehen aus Kirchensteuermitteln ca. 26 Mio. Euro für 170.000 Mitglieder in 57 Kirchengemeinden von Travemünde bis Geesthacht zur Verfügung. Von diesen Einnahmen wird rund die Hälfte an die Kirchengemeinden weitergegeben. Außerdem werden aus dem Gesamtbudget des Kirchenkreises die Pastoren*Innen bezahlt und die gesamtkirchlichen Aufgaben wie z. B. die Telefonseelsorge, das Jugendpfarramt und diakonische Einrichtungen finanziert und bezuschusst. Die St. Mariengemeinde erhält aus diesem Budget 113.000 Euro und 46.000 Euro staatliche Zuschüsse aus der Denkmalpflege. 

Viele weitere Informationen zum Thema Finanzen der Ev. Kirche in Deutschland finden Sie auf www.kirchenfinanzen.de

GROSSE KIRCHE KLEINES BUDGET

Die Betriebskosten dieser Kirche belaufen sich auf durchschnittlich ca. 130.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen die Kosten für die teilweise ganztägige Öffnung der Kirche für Besucher. Die rund 400.000 Besucher und das touristische Interesse, worüber wir uns freuen, erfordern ganzjährig die Anwesenheit von Mitarbeitenden, erhöhte Reinigungsanstrengungen und zusätzliche Energiekosten. Schließlich fallen für die zahlreichen Veranstaltungen – insbesondere die Vielzahl hochwertiger kirchenmusikalischer Angebote – erhebliche Ausgaben für Personal an. Damit leistet die St. Marienkirche einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt und in der Region.

Die St. Marienkirche mit ihrem einzigartigen Inventar muss immer wieder ausgebessert, restauriert und in Teilen auch saniert werden. Mit den Einnahmen aus Kirchensteuer (ca. 113.000 Euro p. a.), Denkmalschutzmitteln (ca. 46.000 Euro p. a.) und Spenden sind die vielfältigen Aufgaben zum Erhalt der Kirche und die zahlreichen Veranstaltungen nicht annähernd zu finanzieren. Namhafte Stiftungen der Hansestadt Lübeck sind wichtige Unterstützer zur Bewältigung dieser dauerhaften finanziellen Herausforderungen.

Ebenso dient der „Marientaler“ als ein maßvoller Kostenbeitrag der Besucher zum Erhalt der Kirche. Nur durch diese Entlastung kann die inhaltliche Arbeit der Kirchengemeinde gewährleistet werden.

Für die Sanierung der beiden Türme sind 1 Mio. Euro veranschlagt worden. Hinzu kommen noch ca. 500.000 Euro für die Voruntersuchungen der letzten Jahre, um ein angemessenes Sanierungskonzept und einen belastbaren Kostenplan zu erarbeiten.

DIE GESAMTE SANIERUNG DER TÜRME VON ST. MARIEN KOSTET 1,5 MIO. EURO

Die Sanierungsmaßnahme an den Doppeltürmen kostet rund 1 Mio. Euro. Sie beginnt im Frühjahr 2019 und wird voraussichtlich Ende 2020 beendet werden können. 

Hinzu kommen Kosten für das notwendige Monitoring in der Untersuchungsphase in Höhe von ca. 500.000 Euro. In der fünfjährigen Beobachtungs- und Untersuchungszeit, die 2013 begonnen hat, wurden die Rissbewegung im Mauerwerk der beiden Türme, die chemischen und statischen Ursachen für die Schäden sowie die Mauerwerksfeuchtigkeit untersucht und analysiert. Die fundierten Erkenntnisse sind die Grundlage für ein solides Sanierungskonzept der beiden Türme, die den Umwelteinflüssen und dem Wetter besonders ausgesetzt sind.

Im Vordergrund für das erstellte Konzept stehen die Wirtschaftlichkeit der Sanierung und damit der Blick auf die Kosten sowie die fachliche Angemessenheit, um diese Bauwerke dauerhaft für die Zukunft zu erhalten.

Die Finanzierung erfolgt durch Kirchensteuermittel des Kirchenkreises, Eigenmittel der Kirchengemeinde, Stiftungen, Spenden von Unternehmen und Privatpersonen sowie durch weitere Fördergelder.

Die Eigenmittel der Kirchengemeinde St. Marien in Höhe von mind. 100.000 Euro sind eine große finanzielle Herausforderung, denn diese muss auch andere Erhaltungsmaßnahmen an diesem großen Gebäude finanzieren.

Unterstützt wird diese Maßnahme durch die Aktion „Sieben Türme will ich sehen“ des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg und den Kirchengemeinden der Lübecker Innenstadt, die dem Erhalt dieser Wahrzeichen dient und deren Schirmherrschaft Bürgermeister Jan Lindenau seit Dezember 2018 übernommen hat.

Urheber Text: Uwe Brunken