Zwei der sieben Türme gesichert: Marienkirche wird saniert

Zwei der sieben Türme gesichert: Marienkirche wird saniert


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Veröffentlicht am Freitag, 15. November 2019, 17:12 Uhr
© Foto: Grabitz

Seit sieben Jahren verdecken Gerüste die Türme von St. Marien. Sie schützen Passanten vor eventuell herunter fallenden Mörtel- oder Gesteinsbrocken. 

Schauen Sie hier den Bericht beim NDR-Fernsehen.

Denn die vier Meter dicken Mauern sind beschädigt: „Bei früheren Sanierungen wurde hier Mörtel eingebracht, von dem wir heute wissen, dass er sich nicht mit dem Gipsmörtel des mittelalterlichen Mauerwerks verträgt“, sagt Architektin Christine Johannsen. „Zusammen mit Feuchtigkeit kommt es zu Reaktionen, und das Gefüge geht auf wie ein Hefekuchen. Durch die Volumenvergrößerung wurde das Mauerwerk gesprengt.“ Dadurch sind im oberen Teil der Türme Daumen dicke und bis zu 70 Zentimeter tiefe Risse entstanden. Zudem wurden einige der Eckquader nach außen gedrückt.

Nach umfangreichen Gutachten beginnen nun Maurer der Kirchenbauhütte, die Türme zu sanieren. Dafür verankern sie die Eckquader mit langen Gewindestangen und mauern die beschädigten Fassadenteile mit Gipskalkmörtel, in Anlehnung zum Urmörtel, über die ganze Tiefe der Risse neu auf. Dabei bilden sie eine Soll-Rissfuge aus, die evt. später entstehende Risse auffangen kann. Verantwortlich für die Planungen ist die auf Kirchensanierungen spezialisierte Architektin Christine Johannsen.

Die Erhaltung der Kirche sei eine Aufgabe für jede Generation „Alle 50 Jahre muss man da ran, auch ohne solche Schäden“, sagt Marienpastor Robert Pfeifer. So gab es 1947-1959 und 2006 Sanierungen. „Dass alle gemeinsam daran arbeiten, ist ja auch der Charme einer solchen Kirche“, sagt Pfeifer.

Den Startschuss für die insgesamt 1,5 Millionen Euro teure Sanierung gab nun die Bewilligung eines großzügigen Beitrags aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Weitere Geldgeber sind u.a. die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck, die Friedrich Bluhme und Else Jebsen- Stiftung, die Possehlstiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie Einzelspenden aus der „7 Türme“-Aktion. Die Arbeiten haben vor Kurzem begonnen. Geplant ist eine Fertigstellung bis zum Sommer 2021.

„Ich als Pastor dieser Gemeinde freue mich, dass wir mit vereinten Kräften die Finanzierung gesichert haben, damit die Arbeiten beginnen können“, sagt Robert Pfeifer. „Nach nun sieben Jahren werden die schönen Türme dann wieder ohne Gerüst zu sehen sein.“

Bei einer Auffahrt in den Turm am 15. November standen als Gesprächspartner zu Verfügung: Marienpastor Robert Pfeifer, Christian Rosehr, Vorsitzender des Kirchengemeinderates der Kirchengemeinde St. Marien, Andreas Tech, verantwortlicher Bauingenieur der Kirchenbauabteilung, Johannes Schindler und Dr. Raimund Becker-Ritterspach für das Ortskuratorium Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Förderer der Eckquader-Sanierung.

Quelle: Friederike Grabitz, Projekt „Sieben Türme will ich sehen“ / Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg