Satt ist nicht genug! Gemeinsame Ausstellung in drei Lübecker Innenstadtkirchen.

Satt ist nicht genug! Gemeinsame Ausstellung in drei Lübecker Innenstadtkirchen.


# Neuigkeiten
Veröffentlicht am Donnerstag, 20. Juni 2019, 12:31 Uhr
© Foto: Dieter Horn

Unter dem Motto „Satt ist nicht genug – Zukunft braucht gesunde Ernährung“ soll auf die spendenfinanzierte Arbeit der weltweit tätigen evangelischen Hilfsorganisation aufmerksam gemacht werden.
„Durch diese gemeinsame Ausstellung bringen wir unser gemeinsames Anliegen der Weltverantwortung zum Ausdruck“, so Marienpastor Robert Pfeifer. „Besucher/innen können alle drei Orte nacheinander besuchen und unterschiedliche Aspekte der Arbeit für Gerechtigkeit und Frieden erleben.“
 
Die Ausstellungen im Lübecker Dom, in der Marienkirche und in der Jakobikirche können vom 26.6. bis zum 11.8.2019 täglich von 10.00-18.00 Uhr angeschaut werden. An allen Standorten gibt es auch etwas zum Mitmachen sowie ein Gewinnspiel. Schwerpunkt der drei Ausstellungen ist das Thema Mangelernährung. Gerade in ärmeren Ländern können sich viele Menschen nur einseitig ernähren und sind auf Grund dessen anfälliger für Krankheiten. Brot für die Welt unterstützt daher regionale und kleinbäuerliche Projekte, um den Zugang zu vielfältigen und gesunden Nahrungsmitteln zu sichern.
 
In der Ausstellung in der Marienkirche geht es um die Wiederentdeckung eines Wunderkorns in Peru. Dort unterstützt Brot für die Welt Kleinbauernfamilien beim Anbau alter Kulturpflanzen. Dazu gehört die Andenhirse Quinoa, deren Anbau vor 500 Jahren von den spanischen Eroberern verboten wurde. Nun wurde diese Pflanze als Grundlage für eine ausgewogene Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft wiederentdeckt. Zusammen mit einer Partnerorganisation veranstaltet Brot für die Welt beispielsweise Workshops zum Anbau von Quinoa und anderen alten Kulturpflanzen und will damit zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. St. Marien unterhält seit vielen Jahren Kontakte zu einer Kindertagesstätte in Südamerika. Besucher/innen der Ausstellung zahlen keinen Marientaler.
 
„St. Jakobi hat sich für Ruanda entschieden, weil es das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas ist“, so Pastorin Kathrin Jedeck. Die Gemeinde erinnere sich noch an die Spannungen zwischen den Volksgruppen der Huti und Tutsi, die 1994 zum beispiellosen Genozid führten. Immer noch gibt es in Ruanda keine wirklich demokratischen Strukturen und fast jedes zweite Kind leidet unter Mangelernährung. In der Jakobikirche erfahren die Besucher, wie arme Familien in Ruanda unterstützt werden, eigene Hausgärten anzulegen. Dort ernten sie Papaya, Spinat, Paprika und Bohnen und können sich so gesünder und ausgewogener ernähren. „Wir wollen mit unserer Ausstellung auf die Missstände im Land hinweisen und die Projekte von „Brot für die Welt“ in Ruanda zu unterstützen“, so Pastorin Jedeck.
 
Die Ausstellung im Lübecker Dom widmet sich einem Projekt in Indien, das sich für den Erhalt von traditionellem Saatgut stark macht. Auf diese Weise soll regionalen Landwirten eine Alternative zur Gentechniklandwirtschaft geboten werden, die sie in Abhängigkeiten zu Großkonzernen geraten lässt und die Böden nachhaltig belastet. Stattdessen lernen die Landwirte die Vorteile des ökologischen Landbaus kennen und erfahren, dass traditionelle Pflanzenarten besser für eine ausgewogene Ernährung und für die Böden sind.
 
"Brot für die Welt" feiert in diesem Jahr 60-jähriges Jubiläum. Von Beginn an folgte das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Aktuell arbeitet Brot für die Welt mit mehr als 1.300 Partnerorganisationen zusammen und fördert weltweit mehr als 1.500 Projekte in 97 Ländern. Zu den Schwerpunkten der Hilfsorganisation gehören die Überwindung von Hunger und Armut, die Stärkung von Bildung und Gesundheit, der Einsatz für den Erhalt der Umwelt sowie die Wahrung der Menschenrechte.
 
Spendenkonto:
Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE10 1006 1006 0500 5005 00
BIC: GENODED1KDB

Von Katja Launer